Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

FACING NORTH KOREA

November 9 @ 19:00 - 22:00

kostenlos

(Please scroll down for german version)

Opening: Friday, 9 November 2018, 7 pm

Duration: 10 November – 3 December 2018
Open: Thursday – Sunday, 2 – 7 pm

Artists: Chan Sook Choi, Byungjun Kwon, Bernhard Draz, Georg Klein

Curator: Bernhard Draz

Venue: Meinblau Projektraum, Pfefferberg Haus 5, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin

Organized by Meinblau e.V., NON Berlin – Asia contemporary art platform, Koreanisches Kulturzentrum

Supported by Bezirksamt Pankow von Berlin – Amt für Weiterbildung und Kultur – FB Kunst und Kultur, initiative neue musik berlin e.V.

Public Relations: Denhart von Harling
Website: www.facing-north-korea.de

FACING NORTH KOREA is an exhibition of two South Korean and two German artists, who will deal with the country and regime as openly as possible, both in terms of content and aesthetics, and beyond the usual, unreflected and clichéd resentments.

The media artist Chan Sook Choi shows her installation „Yangjiri“, which consists of a 1-channel video, objects and a photo archive. In the 1960s, under the military dictatorship of General Park Chung-hee, a propaganda village was established in South Korea in the immediate vicinity of the Demilitarized Zone (DMZ), where North Korean war refugees were forced to settle. These Yangjiri villages were staged like a huge stage set, all doors and windows facing north. The aim of the architecture was to display a prosperity that was de facto non-existent. Despite the strict prohibition, the residents began to extend their tiny dwellings, which consisted almost exclusively of facades, almost imperceptibly backwards over long periods of time. These added layers expand in the artist’s cinematic work into sheer endless, hybrid spaces without openings.

The island of Kyodong lies directly below the military demarcation line, 4 km from North Korea. During the Korean War, it was a refuge for numerous refugees. Byungjun Kwon interprets the tragic history of the island under the title „Forest of Subtle Truth 3“ as a soundscape. The transmissions of the propaganda loudspeakers from North and South Korea present there until 2018 are just as much a component of his composition as nature noises or the singing of a North Korean exiles.
Byungjun Kwon conveys the site-specific sounds via headphones using the Local Positioning System (LPS). The exhibition visitors can move freely with the headphones and interact with the sounds arranged in the room.

Bernhard Draz travelled to the DPRK in September 2017 after a long preparation at the height of political conflict. Two days after his arrival, Donald Trump threatened the United Nations with the complete annihilation of North Korea. No one could have guessed at that time that one year later Trump would meet Kim Jong Un in Singapore for a summit and a little later admit a downright romantic relationship with the North Korean ruler.
Bernhard Draz really has the need to understand this isolated and enigmatic country, to attempt a maximum rapprochement up to empathy. To express this, he integrated himself as the protagonist in North Korean propaganda posters, which he realized as large-format acrylic paintings entitled „Empathic Propaganda“. He replaced the original texts with quotations that contain less martial slogans but more statements about North Korea’s self-image, without missing the typical Korean humor.

Under the title „The Sound before Silence – Souvenirs from North Korea“, Georg Klein is working up the aforementioned tension in a personal report consisting of audio-visual material supplemented by objects from the joint journey initiated by Bernhard Draz in the autumn of last year, when the outbreak of war seemed alarmingly close.
In the centre of his sound and video dramaturgy staged in a pentagonal, isolated chamber is a North-Korean song: During a guided tour through the flower exhibition in Pyongyang, Georg Klein asked a young, traditionally dressed guide to sing the song of „Kimilsungia“, a flower breeding in honour of the eternal president Kim Il Sung for a recording. Back in Berlin Klein decomposed the song together with the South Korean Gayageum player Youjin Sung, who for the first time entered into a musical dialogue with a ’sister‘ from the North.

German—

Eröffnung: Freitag, 9. November 2018, 19.00 Uhr

Zeitraum: 10 November bis 3 December 2018
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 14:00 bis 19:00 Uhr

Künstlerinnen und Künstler: Chan Sook Choi, Byungjun Kwon, Bernhard Draz, Georg Klein
Kurator: Bernhard Draz

Ort: Meinblau Projektraum, Pfefferberg Haus 5, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin
Veranstalter: Meinblau e.V., NON Berlin – Asia contemporary art platform, Koreanisches Kulturzentrum

Fördergeber: Bezirksamt Pankow von Berlin – Amt für Weiterbildung und Kultur – FB Kunst und Kultur, initiative neue musik berlin e.V., Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Denhart von Harling

Website: www.facing-north-korea.de

FACING NORTH KOREA ist eine Ausstellung zweier südkoreanischer und zweier deutscher Künstler, die sich inhaltlich wie ästhetisch mit dem Land und Regime möglichst offen und jenseits der üblichen, unreflektierten und klischeebelasteten Ressentiments auseinandersetzen werden.

Die Medienkünstlerin Chan Sook Choi zeigt ihre Installation „Yangjiri“, die aus einem 1-Kanal-Video, Objekten und einem Fotoarchiv besteht. In den 1960er Jahren wurde in Südkorea unter der Militärdiktatur von General Park Chung-hee in unmittelbarer Nähe zur Demilitarisierten Zone (DMZ) ein Propagandadorf errichtet, in dem sich zwangsweise nordkoreanische Kriegsflüchtlinge ansiedeln mussten. Diese Yangjiri-Dörfer wurden wie ein riesiges Bühnenbild inszeniert, alle Türen und Fenster waren gen Norden ausgerichtet. Ziel der Architektur war die Zurschaustellung eines Wohlstands, der de facto nicht vorhanden war. Trotz des strikten Verbots begannen die Bewohner, ihre fast nur aus Fassaden bestehenden, winzigen Behausungen nahezu unmerklich über lange Zeiträume nach hinten zu vergrößern. Diese hinzugefügten Schichten erweitern sich in der filmischen Arbeit der Künstlerin zu schier endlosen, hybriden Räumen ohne Öffnungen.

Die Insel Kyodong liegt direkt unter der militärischen Demarkationslinie, 4 km von Nordkorea entfernt. Während des Koreakriegs war sie Zufluchtsort zahlreicher Flüchtlinge. Byungjun Kwon interpretiert die tragische Geschichte der Insel unter dem Titel „Forest of Subtle Truth 3“ als Klanglandschaft. Die dort bis 2018 präsenten Übertragungen der Propagandalautsprecher aus Nord- und Südkorea sind ebenso Bestandteil seiner Komposition wie Naturgeräusche oder der Gesang eines nordkoreanischen Exilanten.
Die ortsspezifischen Klänge vermittelt Byungjun Kwon über Kopfhörer unter Verwendung des Local Positioning System (LPS). Die Ausstellungsbesucher können sich frei mit den Kopfhörern bewegen und mit den im Raum angeordneten Klängen interagieren.

Bernhard Draz reiste im September 2017 nach langer Vorbereitung am Höhepunkt des politischen Konflikts in die DVRK. Zwei Tage nach seiner Ankunft drohte Donald Trump vor den Vereinten Nationen mit der völligen Vernichtung Nordkoreas. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass sich Trump ein Jahr später mit Kim Jong Un in Singapur zu einem Gipfel treffen und wenig später ein geradezu romantisches Verhältnis zu dem nordkoreanischen Machthaber eingestehen würde.
Bernhard Draz hat das Bedürfnis dieses abgeschottete und rätselhafte Land wirklich zu verstehen, den Versuch einer maximalen Annäherung bis zur Einfühlung zu unternehmen. Um dies zum Ausdruck zu bringen, integrierte er sich selbst als Protagonist in nordkoreanische Propagandaplakate, die er als großformatige Acrylgemälde mit dem Titel „Empathic Propaganda“ umsetzte. Die ursprünglichen Texte ersetzte er durch Zitate, die weniger martialische Parolen, sondern mehr Aussagen über das Selbstverständnis Nordkoreas beinhalten, ohne den typischen koreanischen Humor vermissen zu lassen.

Unter dem Titel „The Sound before Silence – Souvenirs from North Korea“ verarbeitet Georg Klein die erwähnten Spannungen in einem persönlichen Bericht, bestehend aus audiovisuellem Material, ergänzt durch Objekte von der gemeinsamen Reise, die Bernhard Draz im Herbst letzten Jahres initiiert hatte, als der Kriegsausbruch alarmierend nah schien.
Im Zentrum seiner Klang- und Videodramaturgie, die in einer fünfeckigen, isolierten Kammer inszeniert wird, steht ein nordkoreanisches Lied: Während einer Führung durch die Blumenausstellung in Pjöngjang bat Georg Klein eine junge, traditionell gekleidete Guide, das Lied der „Kimilsungia“ eine Blumenzucht zu Ehren des ewigen Präsidenten Kim Il Sung, für eine Aufnahme zu singen. Zurück in Berlin dekomponierte Klein das Lied zusammen mit der südkoreanischen Gayageum-Spielerin Youjin Sung, die so zum ersten Mal in einen musikalischen Dialog mit einer Schwester aus dem Norden trat.

Details

Datum:
November 9
Zeit:
19:00 - 22:00
Eintritt:
kostenlos
Veranstaltungskategorien:
, , ,
Veranstaltung-Tags:
, , , , , , , ,
Webseite:
http://www.nonberlin.com/portfolio_page/facing-north-kroea/

Veranstalter

Meinblau Projektraum, Pfefferberg Haus 5, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin
NON Berlin – Asia contemporary art platform
Koreanisches Kulturzentrum

Weitere Angaben

Ausstellungszeit:
Donnerstag bis Sonntag, 14:00 bis 19:00 Uhr
KuratorInnen:
Bernhard Draz
KünstlerInnen:
Chan Sook Choi, Byungjun Kwon, Bernhard Draz, Georg Klein