Yellow Light, Dusty Water – Jasmin Preiß, Tanja Ritterbex, Vivian Eckstein

Yellow Light, Dusty Water
Jasmin Preiß, Tanja Ritterbex, Vivian Eckstein
25. April – 17. Mai 2026
Eröffnung: 25.4.2026, 19 Uhr
Geöffnet am Gallery Weekend + Sellerie Weekend 1.-3. Mai, 15-19 Uhr
Filmscreening am 1.5.2026, 17-20 Uhr: Kurzfilme der Künstlerinnen und Freund*innen
Artist Dinner 15.5.2026, 18 Uhr (mit Anmeldung)
Die Ausstellung Yellow Light, Dusty Water der drei Berliner Künstlerinnen Vivian Eckstein, Tanja Ritterbex und Jasmin Preiß zeigt Arbeiten die von der unbändigen Kraft und Zartheit des nassen Elements geprägt sind. Ihre Werke reflektieren die Suche nach dem Unbekannten, Kindheit, Kunst und die emotionale Tiefe von Mutterschaft.
Tanja Ritterbex zeigt, ausgehend vom Alltag und Leben mit ihrer Tochter Frida, ihrem bisher wichtigsten Thema, farbintensive, tagebuchhafte Momente, die wie Erinnerungen an Familien-Strandtage aus der Kindheit anmuten. Durch die Linse der Malerei werden Alltagsmomente zu Untersuchungsfeldern von weiblicher Identität, persönlicher Erfahrung und Künstlerin-Sein.
Jasmin Preiß beschäftigt sich mit dem Thema Strand als Lebensraum, der Beziehung von Mensch und Tier und die Auswirkungen des Menschen auf die Natur. Der Kurzfilm „Beach“ zeigt die Kraft, Schönheit und gleichzeitig die Verletzlichkeit eines Habitats und schlägt vor, mit kindlicher Neugierde auf der Magie des Moments zu treiben, aus dem der Film gemacht ist. Die kleinformatigen Keramiken sind ebenfalls von der Unterwasserwelt inspiriert und wirken wie Fundstücke von einem Strandtag. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit ihrer Tochter Maeve.
Vivian Eckstein schöpft aus Mythologie, mittelalterlicher Literatur und ihren Träumen und zeigt Collagen, textile Skulptur und Malerei, die in einem surrealen Kosmos des Geschichtenerzählens existieren. Ihre figurative Bildsprache verbindet heterogene Medien zu verwobenen Unterwasserwelten, die von Identität, Frausein und persönlichen Erinnerungen erzählen.
Der titelgebende Licht- und Wasserkontrast verweist auf die duale Natur zwischenmenschlicher Beziehungen. Von Erinnerungen an warme Strände in Florida und Curaçao, Töchtern die gerne Meerjungfrauen sein wollen, über Mythen und Sagen von Wasserfrauen und Tiefseemonstern, der komplexen Beziehung von Mensch und Meer bis zur ernüchternden Realität von Umweltverschmutzung und Müll an Stränden, begeben sich die Künstlerinnen, jede auf ihre eigene Weise, in die Gezeiten ihres künstlerischen Schaffens und präsentieren intensive, nostalgische undnachdenkliche, zeitgenössische Seestücke und Porträts.
Kurzbiografien
Vivian Eckstein (*1989) studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und an der École Supérieure des Beaux-Arts Paris und war 2018 Meisterschülerin in Karlsruhe. Eckstein erhielt unter anderem den Eb Dietzsch Kunstpreis für Malerei und das Reisestipendium der Graduiertenförderung Baden-Württemberg, das sie in Madrid verbachte. Als Kunstvermittlerin ist Eckstein in Museen tätig, z.B. dem ZKM Karlsruhe, Kindl Berlin und dem Kleinen Grosz Museum. Seit 2023 lebt und arbeitet sie in Berlin und widmet sich in Malereien, Collagen und tragbaren textilen Skulpturen Fragen von Identität und Künstlerinnentum. Durchzogen von Anspielungen auf Mythologie, Sagen und Literatur und verwoben mit persönlichen Erinnerungen, hinterfragen ihre Werke gesellschaftliche Rollen und der Darstellung des weiblichen Körpers. Seit 2024 ist sie Mitbetreiberin von Axel Obiger.
Jasmin Preiß (*1984) studierte zunächst Kommunikationsdesign in Essen bevor sie ihr Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf abschloss. Ihr dokumentarisches Langfilmdebut „Sweet Meadow“ wurde für den Förderpreis für Filmkunst der Nationalgalerie Berlin nominiert und gewann beim Kassler Dokfest den Goldenen Schlüssel für den besten Nachwuchsfilm. Sie war u.a. Artist in Residence im Organhaus Chongqing, Künstlerdorf Schöppingen und Haus am Wehrsteg Heidelberg. Stipendien erhielt sie vom Berliner Senat, der Kunststiftung NRW, Filmwerkstatt Düsseldorf und Stiftung Friedrich Schneider. Ihre Filme setzen sich mit Identität, Migration, Kunst, Kindheit und Natur auseinander und wurden auf nationalen und internationalen Filmfestivals und im Ausstellungskontext gezeigt. Jasmin Preiß lebt und arbeitet in Berlin und Duisburg.
Tanja Ritterbex, geboren 1985 in Heerlen, Niederlande, lebt und arbeitet in Berlin. Ritterbex schafft tagebuchartige Tableaux vivants durch Malerei, Zeichnung, Installation, Video und Performance. (Selbst) Porträts und Stillleben entstehen durch den intensiven Einsatz von Farben, Mustern und allerlei liebevolle zusammengetragene Readymades. Ihr Alltag und das Leben mit ihrer Tochter Frida dient ihr als Hauptinspirationsquelle. Die Auseinandersetzung mit Mutterschaft, mit der Verbindung von Künstler-sein und Mutter-sein, sowie mit der gegenseitigen Zuneigung zwischen Mutter und Kind sind wiederkehrende Elemente in ihren jüngsten Gemälden, Videos und Skulpturen. Derzeit ist Ritterbex mit ihrer Einzelausstellung „Bitches Brew“ im Bonnefanten Museum in Maastricht (NL) zu sehen. Nach ihrem Studium in Düsseldorf und Maastricht war Ritterbex von 2013 bis 2015 Artist-in-Residence in den Ateliers in Amsterdam. Ihre Arbeiten sind unter anderem in folgenden Museumssammlungen enthalten: Centraal Museum, Utrecht (NL), Bommel van Dam, Venlo (NL), Dordrechts Museum, Dordrecht (NL), LAM, Lisse (NL), Schunck Heerlen (NL). Zu den Unternehmenssammlungen gehören unter anderem die ING Bank-Sammlung, die LUMC Leiden-Sammlung, die DSM-Sammlung, die De Nederlandsche Bank-Sammlung und die APG-Pensionsfonds-Sammlung.
AXEL OBIGER . Raum Für Zeitgenössische Kunst . Brunnenstr. 29 . 10119 Berlin Mitte . Do – Sa 15-19 Uhr und nach Vereinbarung . axelobiger.com . @axelobiger