- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
SUPERSOFTSKILLS

Eröffnung
Freitag, 2. Oktober 2026, 19 Uhr
Ausstellung
3.10.–31.10.2026
Liz Dawson
Christoph Esser
Jan Holthoff
Matthias Moravek
Enrico Niemann
Colin Penno
Maja Rohwetter
Joel Roters
Wenn Soft Skills beschreiben, wie jemand arbeitet, dann ist supersoftskills die Stelle, an der das „Wie“ sichtbar wird – dort, wo Entscheidungen, Umwege und Widerstände im Material anfangen zu sprechen. Die Ausstellung bündelt Fähigkeiten, die sich nicht abprüfen lassen, aber alles entscheiden: sehen, bis es instabil wird; Systeme umleiten; Umwege als Methode; Widersprüche nicht auflösen, sondern als Spannung stehen lassen. Acht Positionen zeigen, wie daraus Formen entstehen — als Prozess, der sich dem schnellen Urteil entzieht.
Die Ausstellung versammelt acht Positionen, die bewusst keine einheitliche Form behaupten. Malerei, Objekt, Skulptur und installative Setzungen treffen aufeinander; analoge Körperlichkeit kollidiert mit digitaler Logik. Was sie verbindet, ist weniger ein Stil als eine Haltung: Arbeiten als Versuchsanordnungen, in denen sich Bedeutung nicht „ergibt“, sondern hergestellt, gebrochen, verschoben und wieder zusammengesetzt wird.
Matthias Moravek setzt „Natur“ als Bühne, Zeichen und Bildgedächtnis in Szene: zwischen Diorama und digitalem Bildraum, zwischen Form und Wildwuchs. Maja Rohwetter bricht Malerei an digitalen XR-Raumlogiken; zwischen Materialität und Virtualität entstehen instabile, prozesshafte Realitätskonstruktionen. Liz Dawson beschäftigt sich mit der Darstellung kleinformatiger Modelle und ist fasziniert von der Fähigkeit des bildnerischen Raums, unterschiedliche Ebenen der Illusion gleichzeitig sichtbar zu machen. Enrico Niemann erzeugt an gezogenen, gefalteten und gerissenen Folien intensive Farboberflächen, die sich in den Raum wölben oder sich aus diesem ergeben – flüssig und fest zugleich, zwischen Ordnung und Zufall. Jan Holthoff verhandelt Malerei als Revision in Echtzeit: gestisch, prozessual, mit Brüchen und überraschenden Kurswechseln. Colin Penno baut Werkgruppen wie Systeme, die sich selbst weiter füttern: Abformungen, Reststücke und formale Aspekte wandern von einer Arbeit in die nächste – als immanente Logik des Prozesses, in dem sich Malerei, Objekt und Skulptur gegenseitig antreiben. Christoph Esser arrangiert Skulpturen, Malereien und Readymades zu Installationen; die spielerische Neugestaltung und Infragestellung von Kontext, Autonomie und Status spielt dabei eine zentrale Rolle. Joel Roters verschaltet Baustoffe, Handwerk und geometrische Präzision zu Arbeiten, die zwischen Oberfläche und Körper kippen.
SUPERSOFTSKILLS ist damit weniger ein Thema als ein Feld: ein Nebeneinander, das nicht glättet, sondern genau dort anfängt, wo Unterschiede produktiv werden.
AXEL OBIGER . Raum Für Zeitgenössische Kunst . Brunnenstr. 29 . 10119 Berlin Mitte . Do – Sa 15-19 Uhr und nach Vereinbarung . axelobiger.com . @axelobiger